Bundeswehr soll Luftbrücke für humanitäre Hilfe nach Nordafghanistan einrichten GfbV Logo

Göttingen, den 15. Oktober 2001

Die Bundeswehr soll eine Luftbrücke nach Afghanistan einrichten und für die Hilfswerke Lebensmittel nach Faizabad in der Provinz Badachschan im Norden des Landes fliegen. Dies hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Montag gefordert. "Wenigstens auf dem Gebiet der Nordallianz müssen die Anstrengungen, die Not leidende Zivilbevölkerung zu versorgen, sofort intensiviert werden", heißt es in Schreiben des GfbV-Generalsekretärs Tilman Zülch an Bundeskanzler Gerhard Schröder und Verteidigungsminister Rudolf Scharping zur Begründung dieser Forderung. Durch das Bombardement der größten Zentren Afghanistans wachse der Flüchtlingsstrom ständig an. Deshalb müsse sofort jede Gelegenheit ergriffen werden, Hunger, Entkräftung und Verelendung unter der Zivilbevölkerung zu begegnen. Nach Angaben der afghanischen Botschaft in Berlin kann von Duschanbe im Süden Tadschikistans aus der Flughafen in Faizabad leicht angeflogen werden. Von dort aus könnten weite Teile der Region mit Geländewagen erreicht und humanitäre Hilfe schließlich durch die Fronten in andere Regionen geliefert werden.

"Verschiedene deutsche Politiker haben fast leidenschaftlich nach dem Einsatz deutscher Truppen an der Seite US-amerikanischer Einheiten gerufen", sagte Zülch, "wir rufen nach einem außerordentlichen Einsatz der Bundeswehr für eine humanitäre Luftbrücke. Eine derartige Operation wäre nach menschlichem Ermessen weit weniger gefährlich als der Einsatz im Lande. Insofern sollte es keine Bedenken geben."

 

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