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Friedenspreis-Träger Habermas ruft zu Dialog mit Islam auf (Reuters)
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Philosoph Habermas nahm Friedenspreis des Buchhandels entgegen (dpa)
Habermas erhält Friedenspreis - Festakt in der Paulskirche (dpa)
 
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Samstag 13. Oktober 2001, 14:40 Uhr
Jürgen Habermas

<P>Jürgen Habermas, Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels 2001, wurde auf der Buchmesse wie ein Star empfangen.
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Frankfurt/Main (dpa) - Friedenspreisträger Jürgen Habermas ist am Samstag auf der Frankfurter Buchmesse fast wie ein Popstar empfangen worden. Nach Ende einer Pressekonferenz anlässlich der bevorstehenden Friedenspreisverleihung war der Philosoph umringt von Journalisten und Anhängern, musste unablässig
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Fragen beantworten und Autogramme geben.

Zu den Ereignissen am 11. September sagte Habermas, die US-Regierung habe «verhältnismäßig vernünftig» reagiert. Die Militärschläge gegen Afghanistan seien wegen der neuen globalen Dimension des Terrorismus aber wenig Erfolg versprechend.

Als Habermas, einer der größten zeitgenössischen Denker, den Konferenzraum betrat, wurde es ehrfürchtig still im Publikum. Gespannt lauschten die Anwesenden seinen Worten, als erwarteten sie eine Offenbarung. Der 72-Jährige beantwortete eine Stunde lang geduldig alle Fragen nach seiner Einschätzung der Attentate auf die USA und der daraus resultierenden Bedrohung des Weltfriedens.

Habermas kam direkt aus New York, wo er an einer Vortragsreihe teilgenommen hatte. Auch unter seinen Akademiker-Kollegen sitze der Schock angesichts der Selbstmordanschläge auf das World Trade Center tief, berichtete er. Einige hätten das Inferno gesehen und könnten nachts nicht mehr schlafen. Trotz «patriotischer Aufwallungen» mit vielen Fahnen im New Yorker Straßenbild habe er nichts bemerkt von einer «Reaktion des Hasses oder des Vergeltungsbedürfnisses».

Weder der Terrorismus noch der Fundamentalismus seien neue Erscheinungen, sagte Habermas. «Neu aber sind die Intensität des Vernichtungswillens und die Effektivität. Neu ist auch die globale Kommunikation des schauerlichen Erfolges einer monströsen Tat, die die Medien den Tätern frei Haus lieferten», meinte er mit Blick auf die ausgestrahlten Bilder von Bin Laden, der den USA aus seinem Versteck per Videoaufzeichnung weitere Anschläge angedroht hatte.

Das weltweit geknüpfte Terroristen-Netzwerk mache den Gegner unangreifbar. Mit «einer hoch technisierten Kriegsmaschinerie» sei ein solcher Gegner nicht niederzuzwingen. Ob die Militärschläge gegen Afghanistan «in dieser Form und zu diesem Zeitpunkt klug waren», sei allerdings schwer zu beurteilen, räumte Habermas ein. «Das ist ja mit Geschichte immer so: Nachher weiß man's besser.»

Der Dialog mit den islamischen Ländern müsse anders geführt werden als bisher, schlussfolgerte Habermas. «Da ist mehr Glaubwürdigkeit von unserer Seite nötig.» Die Versuche einer Verständigung müssten intensiviert werden, und zwar in einer Form, dass «wir unsere Gesichtspunkte, Lebensformen und Politiken so verständlich machen, dass sie die Feindbilder nicht verstärken.»

Am Ende der Veranstaltung bekam Habermas Beifall und fand sich plötzlich in einer ihm sichtlich unangenehmen Star-Rolle. Die als Pressefotos ausgelegten Bilder signierte er wie Autogrammkarten. «So bedeutend, wie ich hier aussehe, bin ich gar nicht», kommentierte er sein Foto. Nur eine Antwort verweigerte er, nämlich die nach seiner Bewertung des Friedensnobelpreises für die UNO und ihren Generalsekretär Kofi Annan. «Ich erlaube mir, nicht zu allem eine Meinung zu haben», sagte er und begab sich auf einen Messerundgang.

 

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