Nachtrag zu "Es geht hier wohl in der Tat nicht nur um Kollateralschäden - sondern wohl gerade auch um's Prinzip!"


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Posted by Tobias Werner on November 03, 2001 at 10:56:54:

In Reply to: Es geht hier wohl in der Tat nicht nur um Kollateralschäden - sondern auch um's Prinzip! posted by Tobias Werner on November 03, 2001 at 09:41:36:

Bei der nochmaligem Nachdenken fiel mir auf, dass ich auf den eigentlichen Vorbeitrag von Herrn Rasler nur indirekt eingegangen bin.
Damit hier bei einzelnen keine Missverständnisse auftreten, was ja nicht ganz unwahrscheinlich ist, möchte ich dies aber doch noch klarstellen.
Die Verwendung des Begriffes Kollateraltoter für die Opfer eines Regimes ist ja ungewöhnlich und eher unangebracht, da man bei Kollateralschaden ja nur an die Nebenschäden einer Waffe denkt und an Kriege zwischen Kriegsparteien. Ob sich die Masse bzw. Mehrheit der Afghanen nun aber wirklich in einer Art Krieg mit der eigenen Regierung befindet ist m.E. nicht bewiesen, wenngleich es dafür ja manche Indizien gibt.
Insofern bringt dieser Begriff hier also nicht viel weiter. Man sollte hier eber von Nutzen-Schaden-Retrachtungen sprechen, welche sich jedes Volk und jede Regierung aber selbst aufstellen muss und welche für die Afghanen eben doch anders ausfallen kann als für die USA und welche auch für die Europäer und den "Rest der Welt" eben immer etwas anders aussieht.
Geht man - was ja letztlich immer noch der Fall ist - so an die Sache ran (und da ist es egal ob wir nun nur die Deutschen oder eine einheitliche europäische Abwägung vornehmen) so bleibt immer noch die Gefahr, dass sich dann letztlich eben doch der stärkste durchsetzt. Da es theoretisch ja sogar einen Nutzen oder Schaden ohne ein (besonderes Gewalt-oder Kriegsrisiko) geben kann (z.B. wirtschaftliche Schäden), ist es wohl auch besser, von einer Nutzen-/Schaden-Abwägung zu sprechen. Eine verantwortliche und neutrale Schaden-Nutzen-Abwägung für die gesamte Menschheit - und der Erhalt des Friedens ist nunmal eine Sache der ganzen Menschheit - kann prinzipiell nur eine neutrale Organisation wie die (reformierte) UNO vornehmen.

Tobias Werner


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