Flächenbombardements sind keine Lösung


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Posted by Roger B. Bartel on November 01, 2001 at 15:41:25:

Ich unterstütze den Aufruf und möchte klarstellen, dass die bisherige militärische Aktion ein großer Gefallen für die Taliban war. Die Taliban haben ein Terrorregime in Afghanisten errichtet, das deutliche Parallelen zu den Khmer Rouge in Kambodscha aufweist. Solche Regierungen genießen nur sehr eingeschränkte Solidarität in der Bevölkerung.

Die Bombenangriffe, die sich mehr und mehr gegen die gesamte Zivilbevölkerung richten, kommen für die Taliban eigentlich wie gerufen. Der Angreifer, der Krankenhäuser und andere Rote Kreuz/Roter Halbmond-Einrichtungen bombardiert, kann von der Bevölkerung wohl nicht mehr als Freund oder Befreier angesehen werden. Der Versuch, den Staudamm bei Kandahar zu zerstören belegt deutlich, dass dieser Krieg in Richtung Vietnamkrieg driftet: Ein Vernichtungskrieg mit einem "Kollateralschaden" (schönes Wort für ziellosen Mord an Zivilisten) von 99%.

Wer den Terrorismus bekämpfen will, muss ihn austrocknen. Das ist eine langfristige Angelegenheit. Der politische und emotionale Nährboden muss entzogen werden. Dabei geht es darum, der Bevölkerung Perspektiven wirtschaftlicher und ideeller Art zu geben. Das bedeutet mehr als die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln, das bedeutet vor allem, ein Bildungs- und Staatswesen aufzubauen, in dem der Fundamentalismus keine Chance hat.

Bomben auf Afghanistan und wahrscheinlich noch weitere Länder sind der falsche Weg. Es ist ein Weg, der durchaus in einen 3.Weltkrieg führen kann.
Haben wir dann immer noch "uneingeschränkte Solidarität"?

Roger B. Bartel
Kiel


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