Re: Gedichte für den Frieden


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Posted by Berthold Henze on November 01, 2001 at 14:45:59:

In Reply to: Gedichte für den Frieden posted by Berthold Henze on October 31, 2001 at 20:18:49:

:
: Krieg
: Wer beginnt den Krieg,
: denkt nur an seinen Sieg.
: Oft aber geht es anders lang,
: das führt dann in den Untergang.
: Der Krieg von Anfang an genau geplant.
: Am Ende aber denkt man dann,
: wenn man dann noch denken kann:
: Ach hätten wir das nur geahnt.

: Keine Alternative
: "Keine Alternative"
: eine Lüge,
: nicht nur für Primitive,
: und Intrige
: gegen Alles,
: nicht nur gegen Soziales
: und gegen Demokratie,
: sondern auch gegen den Frieden
: im Osten und Süden.
: Wer so was kündet
: ist mit dem Rückschritt verbündet,
: hat an Diäten gerochen
: oder ist schlechtweg bestochen.
: Oder andersherum,
: er ist zum Regieren zu faul
: oder zu dumm,
: oder, auch das ist aktuell,
: vielleicht zu krimminell.

: Wehrhafte Demokratie
: Ich mußte mich ein Weilchen quälen,
: weil ich nicht wußt,wer wär zu wählen.
: Doch hab ich endlich die Partei gewählt
: auf die des Volkes Mehrheit zählt,
: weil ihre Führer Glück nur künden
: und den Abbau bisheriger Sünden.
: Nun lehn ich mich beruhigt zurück.
: Das Herz ist frei und voller Glück,
: weil wir nun endlich die Regierung
: und damit eine bessere Führung,
: die uns zu Glück und Frieden führt,
: wie es dem Wählervolk gebührt.
: Doch halt was macht die neue Riege?
: jetzt führt sie sogar zum Kriege
: und den nun schon im großen Rahmen
: und auch in ihrer Wähler Namen.
: Wir wollten eigentlich keine Kriege,
: statt dessen bekommen wir nun Siege,
: die außerdem noch ziemlich teuer
: und uns so gar nicht sehr geheuer
: und auch noch nicht so sehr gewiss.
: Das Volk ist endlich wieder eingemeind´t
: und eines andern Volkes Feind.

: Maihimmelgedanken
: Ein roter Stern neben dem bleichen Trabanten,
: Mars - ihn die Menschen von einst benannten.
: Warum taten sie ihm das - diesem schönen Stern?
: Wahrscheinlich hatten sie Kriege so gern.
: Das Gestirn konnte sich dagegen nicht wehren
: und so blieben der Schönheit kriegerische Ehren.
: Inzwischen zieht der Planet seine Bahnen
: unbeirrt um verliehene Namen.
: Vielleicht wird sie die Menschheit doch einmal schaffen -
: eine friedlich Welt ohne jegliche Waffen.
: Drum sie auch der Mars vom Kriege zu trennen
: in dem wir ihn schon jetzt friedlich benennen.

: Obere Klassen
: Wir lebten in der allgemeinen Klasse
: ganz gut und das mit kleiner Kasse.
: Jetzt sind wir fünfte bis dritte
: ein paar von uns auch obere Mitte.
: Hier haben wir uns eingerichtet.
: Sind unserm Eigentum verpflichtet.
: So sind wir auch schon bei den Feinen
: gehören nicht so recht mehr zu den Kleinen.
: Drum blicken wir auch sehr gelassen
: auf die Millionenmassen
: unserer schönen Erde,
: die da hausen in den Unterklassen.
: Und das Gefühl ist schön
: von oben auf so was zu sehn.
: Und unser Blick ist voller Huld
: und unser Spenderherz betroffen
: der Beutel darum oft auch offen.
: Doch soll man´s auch nicht übertreiben.
: Die Leute sind doch schließlich selber schuld.
: Wir müssen seh´n, dass wir selbst bleiben
: und genießen können unser Treiben.
: Genau genommen, geht´s uns selber schlecht
: und darum haben wir das Menschenrecht,
: so wie jetzt uns zu benehmen
: ohne uns auch nur zu schämen.
: Und wer da etwas anderes meint
: ist fortan unseres Bündnis Feind.
: Mit ihm wir kämpfen und fechten
: im Namen von Menschenrechten.

Jahrtausendbeginn
Der Jubel war weltweit brausend
zum Einstieg ins neue Jahrtausend.
Doch, was kam wirklich heraus
nach diesem Beginn mit tosenden Saus
und nach den öligen Politikerworten
an vielen festlich geschmückten Orten
und in den Metropolen der Macht
in dieser verheißungsvollen Nacht?
Schon steigen wieder die Raketen,
doch nicht zum Gruße, sondern zum Töten.
Man ist nun doch verwundert,
dass auch im einundzwanzigsten Jahrhundert
die Dummheit noch immer nicht besiegt
und die Menschheit sich nun wieder bekriegt;
und die Geistesgrößen dagegen
noch immer nicht ihren Protest erklären
und nicht den Mut finden dem Krieg zu wehren
und sogar welche von ihnen vom Frieden lassen
und den Krieg in begründende Reden fassen,
so mitschuldig werden am tötendem Hassen.
So führt man wieder die Menschheit zurück
nach kurzem Ausblick auf ein mögliches Glück.

Affront
Ich sitze auf meinem Balkon
und denke nach über einen Affront,
den ich noch nicht vollbracht,
den ich aber gern verursacht
und mit einem Eklat gemischt
gegen die deutsche Regierung gericht.
Da ich aber nicht heran
an die Regierung kommen kann,
kann ich sie auch nicht affrontieren,
sondern allerhöchst sie ignorieren.
Schade, dass die Welt nicht ahnt,
was ich auf meinem Balkon geplant.

Pluralistische Presse
Einheitliche Presse
ist zweifelnährend.
Man hält zwar die Fresse,
doch nicht immerwährend.
Da ist´s schon optimistischer
man gibt sich pluralistischer,
das scheint dann realistischer
und ist auch kommerzialistischer.
Man kann die Lüge passender dann verkaufen,
so dass die Dinge besser nun verlaufen.
Dem Volk ist´s recht geschehen,
doch wird es nun noch weniger
hinter die Dinge sehen.
So werden wir demokratisch
und ausgesprochen apathisch.




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