Wer nichts wagt, gewinnt auch nichts - dies gilt nicht nur für die nichtstaatlichen Terroristen! (Re: Die sofortige Übergabe des Falles an die UNO - wäre für alle die beste Lösung!... Wieso nicht?)


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Posted by Tobias Werner on November 05, 2001 at 19:52:12:

In Reply to: Re: Die sofortige Übergabe des Falles an die UNO - wäre für alle die beste Lösung! - eben NICHT! posted by Bodo Rasler on November 05, 2001 at 11:48:51:

Oder besser (da weniger provokativ): Probieren geht über studieren!

Sehr geehrter Herr Rasler,

vielen Dank für Ihre interessante Reaktion.
Sicher war die Einigkeitsbehauptung auch eine gewisse Unterstellung. Ich rede hier aber im Prinzip fast nur über die Akutreaktionen, also nicht über die Beseitigung des Hungers, die Herstellung bzw. Intensivierung kultureller Kontakten und den Aufbau Afghanistans. Leider habe ich auch keinerlei Beziehungen zur großen Politik und war noch nie in einem Entwicklungsland (die Türkei kann man so ja wohl nicht ganz dazuzrechnen. Meine Unterstellung war eher dahingehend gemeint, dass auch ich kein Radikalpazifist bin, gleichwohl aber meine, dass die Beseitigung bzw. das Verbot des Krieges und seiner Hintermänner und Basen heute ebenso auf der Tagesordnung stehen muss wie die Bekämpfung des nichtstaatlichen Terrorismus! War dies also wiriklich eine falsche Unterstellung?

Staatlicher Terrorismus in Form von über die Landesgrenzenb hinausreichenden Luft-und Seestreitkräften sollte nur UNO-Streitkäften möglich sein. (Man könnte hier z.B die KM-Leistung dieser Militärtechnik begrenzen. Also Panzer können in einem kleinen Land nur so weit, in einem größeren Land nur soundsoweit fliegen. Jedes Land- oder besser jeder Kontinent - müsste nur dazu in der Lage sein, einen Massenansturm von mit leichter Artillerie bewaffneten Menschen für eine gewisse Zeit abzublocken, bie dann die UNO Streitkräfte die Sache in der Hand haben (wozu man sicherheitshalber auch nur eine sehr kleine Menge von Bomben benütigen würde.
Man müsste die Mittel technisch also stikt auch auf die Verteidigungsfälle auslegen und nur der UNO die interkontinentalen und stärkste Waffen zugestehen.

Nun zu den weiteren Punkten

: Sie hatten in einer Antwort auf einen meiner Beitraege geschrieben, dass wir wohl weitgehend uebereinstimmen.

: Mittel und langfristig: JA
: Kurzfristig: Nein
: Begruendung: Die UNO wird sich NICHT einigen koenen, die Rolle des Weltpolizisten zu uebernehmen!

Sind Sie sich da so sicher? Wer meinen Sie, blockiert hier eigentlich am meisten - und: Wer, - wenn nicht die USA und die Nato - kann bzw. muss dieser die dafür nötige Technik und Logistik geben? Warum soll der ach so gute Westen hier nicht mal die Initiative übernehmen, wenn es von der Mehrheit der Staaten doch abgelehnt werden sollte, könnte man die Aktion ja immer noch abblasen, insofern hätte sie also einen Probecharakter.
Soll bzw. muss etwa erst Afghanistan vorschlagen, dass die USA dies tun sollten??? Sollen wir darauf noch weitere zehn Jahre warten?

: Ich hatte gestern NACH der offiziellen Aeusserung/Reaktion der Arabischen Liga auf das neueste tape von bin Laden die Gelegenheit, mehrere Diplomaten aus arabischen Laendern zu sprechen.
: Man stimmte mir zu, dass es kaum eine offizielle Unterstuetzung der Militaeraktionen geben wird - aus Ruecksicht auf die Bevoelkerung in den eigenen Laendern.
: Es wurde aber auch klar, dass man die von den USA eingenommene Rolle insofern als positiv sieht, weil man selbst die "Dreckarbeit" nicht verrichten muss.
: Es sitzen z.B. einige in arabischen Laendern gesuchte Terrosisten in europaeischen Laendern im Asyl - nun hofft man, diese wenigstens im Gegenzug demnaechst "zu erhalten".

: Was ich damit sagen will: solange wir uns in verschiedenen "Bloecken" bewegen - westliches Demokratieverhalten gegen z.B. "nicht-immer-voll-demokratisch" zur Macht gekommennen Regierungen in z.B. einigen Arabischen Staaten,
: werden sich die betroffenene laender nicht auf eine einheitliche Sprachregelung einigen koennen - es wuerde - wie ich schon mehrmals schrieb - nur der kleinste gemeinsamme Nenner gefunden werden. Und der wuerde eben NICHT in einem massiven - notfalls militaerischem Schlag unter UNO Mandat gipfeln.

Ich denke, dass sie die interenaionale Staatengemeinschaft hier unterschätzen. Denn: Der Schutz des Friedens und der Kampf gegen den internationalen Terrorismus liegt doch zutiefst im Interesse aller Staaten, weshalb sich jetzt ja auch die erstaunlich bunte Anti-Terrorallianz zusammengefunden hat. Dies ist also der kleinste gemeinsame Nenner!

Deshalb meinte ich auch, dass man (also die USA und der Westen) dabei auch die Bedingung stellen sollte, dass sie hier nur solange mitmacht, wie es zu keinem neuerlichen Anschlag aus diesem Lager kommt und - falls sie aus dieser Ecke kommen sollten - wenn zukünftig auch die Milzbrandanschläge unterbleiben.
Dann kann man - wenn es denn eine sinnvolle Gegenmaßnahme sein sollte - ja wohl immer noch weiter militärisch agieren. Wer partout nicht hören will, der muss halt - wie auch immer - fühlen.
Somit hätte man aber wenigstens klar und erstmalig zum Ausdruck gebracht, dass man weder die Rolle des Weltpolizisten noch die des Weltrichters spielen will, sondern diese nur widerwillig und notgedrungen spielt. Viele haben ja den Eindruck, dass sie dies - in wohlbedacht ausgewählten Konfliktherden - quasi nur allzu gern tun, sie sich diese Rolle dann immer und rasch an sich reißt.
Jemand, der - wie bisher die UNO bzw. die internationale Staatengemeinschaft - in der Frage der Sicherung von Krieg und Frieden eigentlich noch nie so ganz in die Pflicht genommen wurde, da er ja keine adäquaten Gegenmittel hat und es nicht selten, aber eben auch keinesfalls immer - einen anderen gab, der dann bereitwillig eingesprungen ist, hat sicher auch geistig-psychologisch nicht das Potential, hier ad hoc voll da zu sein, zumal er dazu ja auch organisatorisch und in seiner Gliederung ja keineswegs optimal eingestellt ist. Wichtige Vorraussetzungen sind aber durchaus gegeben und man wächst eben auch mit seinen Aufgaben. Wo ein Wille ist, ist auch hier ein Weg, meine ich.

Für die definitive Sicherung des Friedens durch die UNO ist sicher deren grundlegende Neuorganisation erforderlich, welche so akut gewiss nicht zu realisieren ist.
Die zur Verfügung Stellung der US- und Nato-Truppen unter ein Oberkommando der UNO und nur für diese Aufgabe, wäre aber ein reversibler Kompromiss, wahrscheinlich auch ein erster Zwischenschritt und ein klares Zeichen in welche Richtung die Entwicklung (aus Sicht der USA und des Westens und und und...) jetzt gehen sollte. Genaugenommen hat man sich ja sogar schon so ähnlich Verhalten, indem man - statt eines Beschlusses der UN-Vollversammlung - eine weltweite (auch auf militärischem Gebiet) Anti-Terrorkoalition zusammengebastelt hat und eben auch ein insbesondere bzgl. der Beseitigung des Taliban-Regimes - m.E. aber höchst umstrittenes - UNO-Mandat organisiert bzw. bekommen hat.

Dies wäre auch eine geistige und psychologische Offensive, ja sogar eine Art Befreiungsschlag (von der elenden Last des Weltpolizisten)! Damit würde dann auch die Frage der UNO Reform auf die internationale Tagesordnung gestellt.

: Es ist bekannt, dass der Sudan 96 bin Laden auswies. Die USA wollten ihn nicht, weil es angeblich nicht genuegend Beweise fuer eine Verurteilung gab. Saudi Arabien wollte ihn nicht, WEIL man Beweise hatte aber ihn nicht hinrichten wollte, aus Ruecksicht auf die Stimmung in der Region aus der bin Laden stammt.
: Deshalb der Ausweg Afghanistan.

Und wegen der verfahrenen Situation in der UNO und der Welt - probieren geht über studieren.

Wenn wir ein paar mutige Politiker hätten, bräuchten wir hier wahrscheinlich (oder vielleicht) keine mutigen Soldaten mehr!

Mit freundichen Grüßen
Tobias Werner, Meißen



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