Gedichte für den Frieden


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Posted by Berthold Henze on November 05, 2001 at 18:05:34:

September 01
Im September kam das trauernde Erschrecken,
weil erneut tausende Leiber zerfetzt,
Seelen und Körper für immer verletzt.
Nun hat die Geschichte dieser Welt
auch Manhattan neben Hanoi, Belgrad und Bagdad gestellt.
Anstifter und Dumme mögen triumphieren,
die Menschheit wird den Frieden verlieren.
Noch weiß man nicht, was wollte man erreichen.
Wollte rächen all die Leichen,
die der "Große Knüppel" der Supermacht
über viele Jahre zu Stande gebracht?
Doch, was hätte man dann anders gemacht?
Wie man auch denkt über rächende Gewalten,
es sind doch immer nur die Mittel des Alten.
Unschuldige Kinder, Mütter und Väter
sind immer die Opfer und nie die Täter.
Die Opfer sind hier wie dort gleich.
Sie sind alle aus Blut, Knochen und Fleisch
und nicht für Bomben, Raketen und Attentate geschaffen.
Die öffentliche Meinung kann es nicht mehr erwarten,
dass die Bomben und Kriegsschiffe zur Vergeltung starten.
Derweil sitzen in den Winkeln der Nacht
die Rächer der Rache und hecken aus,
die nächsten und übernächsten Supergaus.
Doch wer hat eigentlich die Saat gelegt,
nach der sich der Uhrzeiger jetzt rückwärts bewegt?

September 01 -2
Sechstausend zerissene Leiber -
Männer und zumeist junge Weiber.
Wer hat diese Tat vollbracht?
Wer hat, warum, so etwas vorgedacht?
Die Frage ist, was wollte man erzielen?
Wollte man nun Schicksal spielen
oder sich in blut´gen Schrecken sielen?
Die Frage bleibt: Was ist erreicht?
Ist´s, dass man der Gewalt nun weicht,
dass man dem Krieg die Hand nun reicht?
Oder wird´s, dass sich die Welt
nun einig vor den Frieden stellt,
ihn mit Vernunft und Politik erhält?

Löwenleiden
Der Löwe wurde jüngst gestochen.
Wer hat wohl nur so was verbrochen?
Das kann bestimmt nichts anderes sein,
als der Rüssel von ´nem wilden Schwein.
Der Leu will von der Säugertierunion
für Vergangenes nun den Dankeslohn,
im dem die Tiere ihm zu Willen
mit ihm die schwarzen Sauen killen.
Die Säuger beschließen Knall und Fall,
sofort und schnell den Bündnisfall.
Der kleine Fuchs gewieft und hell
erkannte richtig und sehr schnell:
Das Loch im schönen Löwenfell
war viel zu winzig und zu klein
und konnte nicht vom Löwen sein.
Doch waren die Schweine da schon tot
und färbten längst die Gräser rot.
Und wieder wurde der Löwe gestochen
und wieder haben´s die Flöhe verbrochen
und auch die Zecken haben den Löwen gepeinigt,
zu diesem Zwecke mit den Mücken vereinigt.
Der Leu, der sollte ander denken
und die freie Entfaltung der Vögel lenken.
Das schafft ihm die Insekten vom Fell
und das ohne Bündnis - eventuell.

Europa
Der Stier,der Europa einst raubte,
nicht an irgendwelche Folgen glaubte.
Die waren nicht erklecklich,
sondern meist schrecklich.
Europa wurde fetter,
doch keineswegs netter.
Sie vergiftete die Lungen
ihrer vielen Jungen
und auch ihre Gedanken,
die an Gewalt nun erkranken.
Sie haben sich darum zerstritten.
Die Kräftigen haben´s den Kleinen genommen,
die dadurch in Armut gekommen
und immer daran gelitten.
Die Großen fuhren nun nach Afrika,
nach Asia, Amerika, Australia.
Sie legten dort schlimme Saaten,
die nun zu Elend und Gewalt geraten.
Nun will Europa Frieden stiften
und die Welt sogar von Hass entgiften
und weil das gar so schwer,
müssen erst Bomben und Soldaten her.
Doch allein ist das so nicht zu machen,
weil die Anderen dann über uns lachen.
Die Hilfe naht, sieh da,
vom starken Neffen Amerika.
Der hat sich dafür die Waffen
schon lange vorher geschaffen.
Europa erklärt zufrieden:
"So werden wir endlich Frieden schmieden".

Uneingeschränkte Solidarität.
"Uneingeschränkte Solidarität"
ist unangebrachte Humanität
mit Denen, die Kriege machen
und die über die Solidarischen lachen.

Ministerliebe
Ach, wäre doch der Herr Minister
bei seiner Lieben
immer geblieben
und sehr viel öfter zu ihr geflogen,
an Statt, dass er das Volk
in einen Krieg gelogen.



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